BILDARIUM® -initiiert selbstschöpfendes Lernen

BILDARIUM®- Projekte

Philosophie

Internationale Vergleichsstudien wie Pisa oder TIMMS haben in aller Deutlichkeit aktuelle Problemfelder des deutschen Bildungssystems offen gelegt. Zwar liegen die für Deutschland gemessenen Mittelwerte mittlerweile im OECD-Durchschnitt, jedoch sind die innerhalb Deutschland vorgefundenen Leistungsgefälle in allen getesteten Bereichen besorgniserregend groß.

Nirgendwo ist beispielsweise die Standardabweichung vom Landes-Durchschnitt so hoch wie in Deutschland, ein klares Indiz für eine ungerechte Bildungsverteilung. Auch hinsichtlich der beforschten „sozialen“ und „migrationsbedingten“ Disparitäten, der nachteiligen Verknüpfung von sozialen Strukturen  und daraus resultierenden Kompetenzverteilungen, sind in keinem anderen OECD-Land größere Missverhältnisse festgestellt worden.

Hierbei sind die regionalen Diskrepanzen zwischen kommunalen Strukturen und Schulformen allerdings signifikant ausgeprägt.

Der Zusammenhang von sozialer Herkunft und Schulerfolg ist insgesamt nirgendwo so deutlich wie in deutschen Städten. Oftmals zeigen sich an Schulen, deren Schüler überwiegend einem „sozial schwachen“ Milieu entstammen  (Problemschulen in Problemvierteln) weitreichende, soziale Defizite, die bis zur Gewalt- und Drogenkriminalität reichen.

Offensichtlich wird das Bildungssystem gerade in der Vermittlung „sozialer Kompetenzen“ den gesellschaftlichen Veränderungen nicht mehr gerecht. Im Anschluss an die erwähnten Studien kam es in der Bildungspolitik der letzten Jahre zu einer zunehmenden Outputorientierung.

Diese Ausrichtung und die damit einhergehenden Lernstandards sollen hier nicht als obsolet verstanden werden. Sie reichen allerdings keineswegs aus, um die für ein adäquates, autonom geführtes Leben und die zukünftigen Anforderungen unserer Gesellschaft unabdingbaren Grundlagen zu vermitteln.

Dabei rücken Sprach- und Ausdruckskompetenzen zunehmend in den Blickpunkt der Aufmerksamkeit:

Als Mittel zur sozialen Interaktion, zur Konfliktlösung, zur geeigneten Prägung des Selbstbildes und als Grundlage des „Lernen Lernens“.

Diese und andere Schlüsselkompetenzen befähigen den Menschen zur erfolgreichen, verantwortungsvollen Teilhabe und Lebensführung in der modernen Gesellschaft. Entscheidend sind dabei Kompetenzen, die lebenspraktisch und metakognitiv wirken.

Die theoretischen Konzepte, welche das Individuum in den Mittelpunkt des Lernens rücken, sind zwar spätestens seit J.F.Herbart vorhanden, die Umsetzung in der Schulpraxis blieb jedoch weitgehend aus.

Und obwohl das Recht auf „individuelle Förderung“ seit einigen Jahren im Schulgesetz verankert wurde und dieses Ziel offiziell in immer mehr Schulprogrammen Einzug hält, mangelt es oft an konkreter praktischer Realisierung.

Unser Angebot für Schüler und Schulen:

Unsere Bildungsangebote legen den Fokus auf soziale Interaktionen, Teamarbeit, Aufbau natürlichen Selbstbewusstseins, erlebnisorientiertes Lernen, zielgerichtetes Arbeiten und nicht zuletzt den Spaß aller Beteiligten. Das BILDARIUM bietet hierfür kreative und erlebnisorientierte Projekte, welche alltagstheoretische Vorstellungen von Kindern und Jugendlichen aufgreifen und an intuitiven Konzepten der Schüler anknüpfen.

Ebenso soll ein sensibler Umgang mit heterogenen Lernvoraussetzungen und Schülermerkmalen – als einer der zentralen Herausforderungen unserer Zeit – bewusst mit einbezogen werden. Wir entwickeln mit den Schülern und Schulen Projekte, die kreativ ausgerichtet sind und über sozialdynamische Gruppenaktivitäten Reizpunkte setzen.

Ein vielfältiges und situativ zugeschnittenes Angebot reduziert dabei den Einfluss schichtspezifischer Präferenzen. In den Projekten werden die Aktivitäten auf die Schüler verlagert und Lernsituationen kreiert, in denen die Schüler individuelle Fähigkeiten zur ggf. gemeinsamen Bewältigung von Aufgaben einsetzen und Defizite durch gegenseitige Hilfe ausgleichen.

Die Schüler dürfen Fehler machen, welche nach Möglichkeit als geeigneter Lernansatz dienen. Praktische Tätigkeit ist Ausgangspunkt und Charakteristik des „Lernens im Projekt“.

Es gelten die Grundsätze des „offenen Unterrichts“, welcher möglichst viele Aspekte des Lernprozesses in die Hände des Schülers legt. In unseren Projekten sind vor allem der persönliche Lernweg, die intrinsische Motivation und die gemeinsame Reflexion entscheidend.

Soziale Gruppen, welche Lernergebnisse (Kompetenzen, Meinungen, etc.) mit konstruieren, sollen nach Möglichkeit offensiv integriert werden.

Verknüpfungen und Überschneidungen der Projekte mit regulären Unterrichtsinhalten sind möglich.

Unser Ansatz steht im Gegensatz zum traditionellen (Frontal-) Unterricht, welcher das Bestreben hat, allen Schülern in der gleichen Zeit das Gleiche zu lehren, und die individuellen Merkmale stark vernachlässigt. Äußere Leistungsdifferenzierung wird vermieden.

Trotz aller Offenheit und Selbständigkeit soll das Prinzip der „Klarheit“ nicht vernachlässigt werden. Dies gelingt gerade in relativ kleinen Gruppen (ca. 20 Schüler), die von jeweils zwei Dozenten betreut werden.

Unser Angebot richtet sich an alle Schulformen und Alterstufen. Je nach Ausgangslage und Zielvorstellung können die Projekte auf unterschiedlichem Niveau durchgeführt werden.

Perspektiven

Oberstes Ziel ist die optimale Förderung der Selbstständigkeit des Individuums, welche sich durch Handlungsfähigkeit (Konflikt-, Kooperations- und Urteilsfähigkeit) auszeichnet und die Fähigkeit des lebenslangen Lernens verbessert.

Dies gibt dem Schüler eine individuelle Basis, sich während und nach der Schulzeit selbstgesteuert weiter zu entwickeln sowie den gesellschaftlichen Anforderungen kompetenter zu begegnen.

Jede Begegnung und jede Beziehung lebt vom "Sich ausdrücken"

  • Über das Wort (Sprechen, Schreiben), die WORTSPRACHE.
  • Über das Malen und Gestalten, die BILDSPRACHE.
  • Über den Körper, die KÖRPERSPRACHE.
  • Über Klänge, die KLANGSPRACHE.

Je mehr Ausdrucksmöglichkeiten der Mensch für sich entwickelt kann, desto reicher gestaltet sich seine innere und äußere LEBENDIGKEIT.

In den Bildariumprojekten geht es um Bilder – Abbilder - Vorbilder – EinBildungen und Bildgeschichten um das Bilder machen-zerschlagen- neu zusammensetzen.

Das BILDARIUM® initiiert dazu selbstschöpfendes Lernen also SelbstBILDUNG.

   

Die Fähigkeit zum Umgang mit Medien ist ein Schlüssel zum Umgang mit dem Leben, denn Bilder allein bilden per se nicht. Bilder können verführen, verwirren, verstören, betäuben. Sich ein klares Bild zu machen, ist die Herausforderung unserer schnelllebigen Zeit.

 

Empirische Begleitung erfährt das BILDARIUM unter der Fragestellung: Bildarium- ein interdisziplinäres Projekt mit Zukunft? In Partnerschaft mit der Universität Augsburg, Lehrstuhl für Kunstpädagogik Fr. Prof. Kirchner, insbesondere durch Unterstützung von Akademischer Rätin, Fr. Dr. Christiane Schmidt-Maiwald.

 

     

   

► Projektspiegel

Das BILDARIUM® schult :

  • die Wahrnehmungs- und Kritikfähigkeit der Beteiligten
  • fördert persönliche Lebens- Handlungs- und Medienkompetenzen
  • hilft in einer schier unerschöpflichen Medienflut,  Vielschichtigkeit als Sprach- und Ausdruckform zu begreifen
  • hilft, scheinbar Offensichtliches zu dekodieren
  • will das eigene Schaffen komplexer und verdichteter Information unterstützen
  • will im Spannungsfeld zwischen traditionellen und neuen Medien sinnvolle Wege ausloten
  • animiert und provoziert, Gestaltungspotenziale, Formen und Methoden bewusst wahrzunehmen, diese aktiv und selbstbewusst zu benutzen
  • Unterstützt, Informationen - Botschaften - Inhalten selektiv begegnen zu können.

Dabei setzen wir auf Kreativitätsentfaltung, Ästhetische Bildung, Soziales Miteinander und  Interkulturellen Dialog. Ein ergebnisoffener und wertungsfreier Erfahrungsraum, um eigene Ideen- auszuformulieren (zur Sprache zu bringen) und um eigenen Gedankenbildern Gestalt zu geben.

Denn beim Zeichnen, Malen, Spielen, Bauen, Bewegen, Fotografieren und Darstellen mit Sprache, Klang, Farbe, Licht, Körper sowie im Umgang mit traditionellen + neue Medien ermutigen wir zu Eigeninitiative und selbstständigem Denken.